Teleskop

  • Winter am Horizont


    FotosDer Blick ins All im Jahr der Astronomie (Bildergalerie)

    Der winterliche Himmel ist im Januar voll mit hellen Sternen und einprägsamen Sternbildern. In keiner anderen Jahreszeit sieht man so viele himmlische Glanzlichter. Noch bevor andere Gestirne in der Abenddämmerung sichtbar werden, leuchtet am Westhimmel der Abendstern auf: Die Venus. Unser Nachbarplanet strahlt unübersehbar in einem weißen Licht. Nach Sonne und Mond ist er0 das hellste Gestirn am Himmel. Zum Monatsanfang geht die Venus aber schon kurz nach halb neun Uhr abends unter, am Monatsende eine Stunde später.

    mond_sterne_blog_400q.jpgHeller Sternenhimmel im Januar (Rechte: WDR/Mauritius)

    Gegen zehn Uhr abends leuchtet dann senkrecht über der Erde ein auffallender, gelblicher Stern. Das ist Kapella, Hauptstern im Sternbild Fuhrmann. Der Große Wagen steigt im Januar im Nordosten empor, während das Himmels-W halbhoch am westlichen Firmament zu sehen ist.

    Hellster Stern Sirius

    Die bekanntesten Wintersternbilder sind Orion und die beiden Hunde. Im Großen Hund funkelt in einem bläulichen Licht Sirius, der hellste Stern am Himmel. Mit knapp neun Lichtjahren Entfernung gehört Sirius zu den Nachbarn unserer Sonne. Mit seiner Hilfe bestimmt man die Länge eines Sonnenjahres zu 365 und einem Viertel Tag.

    grosser_hund_blog_400q.jpgGroßer Hund mit Sirius (Rechte: Wienerroither)

    Merkur zeigt sich zu Jahresbeginn kurz am Abendhimmel. Der flinke Planet ist am günstigsten zwischen dem 2. und 7. in der Abenddämmerung knapp über dem Südwesthorizont zu erkennen. Ab dem 10. Januar ist Merkur von der Erde aus nicht mehr zu erspähen. Jupiter kann ebenfalls nur noch in der ersten Januarwoche tief im Südwesten erblickt werden.

    Ringförmige Sonenfinsternis

    Vollmond ist am 11. Januar um 4.27 Uhr morgens. Neumond wird am 26. Januar um 8.55 Uhr erreicht. Da der Neumond die Erdbahnebene von Süd nach Nord überschreitet, schiebt er sich vor die Sonne. Die ringförmige Sonnenfinsternis ist allerdings von Europa aus nicht zu sehen. Sie zieht sich beginnend im Südatlantik, südlich von Afrika, durch den Indischen Ozean bis nach Indonesien.


  • Größter Vollmond des Jahres

    Heute strahlt der größte und hellste Vollmond des Jahres am abendlichen Himmel. Der Mond erscheint uns bis zu 14 Prozent größer und 30 Prozent heller als anderen Vollmonde. Besonders der Mondaufgang am späten Nachmittag wird Himmelsgucker beeindrucken.

    vollmond_neue_400q.jpg Groß und hell am Himmel - der Vollmond (Rechte: dpa)

    Grund für die außergewöhnliche Größe des Mondes ist seine derzeitige so genannte Erdnähe. Bei Erdnähe ist der Mond rund 50.000 Kilometer dichter an unserer Oberfläche als bei Erdferne. Die Entfernungsschwankungen liegen an der Form seiner Umlaufbahn: Der Mond umkreist die Erde in einem eiförmig verbogenen Kreis und ist so unterschiedlich dicht an unserem Planeten. Fallen Vollmond und Erdnähe zusammen, erscheint uns der Mond größer und heller als bei Erdferne.

    Beeindruckender Mondaufgang erwartet

    Astronomen halten besonders den Mondaufgang gegen 16.00 Uhr für beeindruckend, wenn die große Mondscheibe hinter der Horizont-Silhouette erscheint. Hoch am Himmel sei der Größenunterschied weniger leicht zu erkennen. Die Wetteraussichten in weiten Teilen Deutschlands sind mit dem angekündigten Schnee, Regen und Schneeregen allerdings eher schlecht. Die besten Chancen auf einem freien "Mondblick" sehen die Meteorologen in Westdeutschland.

    Extreme Gezeiten möglich

    Astronomen warnen allerdings auch, dass der erdnahe Vollmond zu extremen Gezeiten führen könne. Laut der amerikanischen Ozeanbehörde NOAA bewirkt der erdnahe Vollmond bei Ebbe und Flut aber nur einen Unterschied von wenigen Zentimetern. Lokale Gegebenheiten könnten diesen Effekt bis auf 15 Zentimeter verstärken.


  • Sternenexplosion aus dem Mittelalter beobachtet

    Dank moderner Teleskope wurden Astronomen des Max-Planck-Instituts Zeugen einer spektakulären Sternenexplosion aus dem 16. Jahrhundert. Die Forscher fingen das "Lichtecho" der Supernova auf, die im Jahr 1572 als hellster Stern am irdischen Himmel aufgeflammt war. Den Astronomen gelang es mit ihren Teleskopen die Reflexe des Explosionsblitzes aufzuzeichnen, die von Staub- und Gaswolken aus der Umgebung des Sterns zurückgeworfen wurden. Wegen ihres Umwegs waren diese Reflexe 436 Jahre länger zur Erde unterwegs als der Blitz selbst.

    supernova_blog_400q.jpg Die Supernova von 1572 mit heutigen Teleskopen (Rechte: dpa)

    Grundstern für neues Weltbild

    Der beobachtete Stern war im Herbst 1572 aufgeleuchtet und im April 1574 wieder verschwunden. Der dänische Astronom Tycho Brahe hatten seinerzeit den Stern intensiv untersucht und beschrieben. Aus seinen Messungen hatte Brahe geschlossen, dass der Stern jenseits des Mondes liegen musste. Das stand damals im krassen Widerspruch zur vorherrschenden Vorstellung von der Welt und legte einen Grundstein für die umwälzenden Veränderungen des Weltbilds im ausklingenden Mittelalter. Die Explosion gehört seitdem zu den bekanntesten Supernovae in der Geschichte der Astronomie.

    Supernova eines Weißen Zwergsterns

    Anhand des Lichtechos gelang es den Astronomen nun, die mittelalterliche Supernova zu klassifizieren. Es handelt sich um die Explosion eines sogenannten Weißen Zwergsterns. Dabei saugt ein Weißer Zwergstern Materie von einem großen Begleitstern bis er eine kritische Grenze überschreitet, unter dem eigenen Gewicht kollabiert und in einer Art Wasserstoffbombenexplosion auseinandergerissen wird.

    Da die kritische Grenze stets dieselbe ist, sind diese Sternenexplosionen immer in etwa gleich hell. Aus dieser Helligkeit am irdischen Himmel lässt sich daher ihre Entfernung von der Erde berechnen. Die Supernova von Tycho Brahe ist die erste derartige Sternenexplosion in unserer Milchstraße, die vermessen werden konnte. Solche Supernovae seien zuvor nur in anderen Galaxien direkt beobachtet worden, heißt es beim Max-Planck-Institut.


  • Der Mond verdeckte die Venus


    FotosDer Blick ins All im Dezember (Bildergalerie)

    Der Monat begann mit einem besonderen Himmelsereignis: In den frühen Abendstunden des 1. Dezembers schob sich der zunehmende Mond vor die Venus. Anfangs behinderte zwar noch eine dicke Wolkenschicht den Blick auf diese Schauspiel, zumindest etwas lockerte die Wolkendecke dann aber doch noch auf - und ließ so einen relativ guten Blick auf Mond und Venus zu: Erst schien die Venus am Mond zu kleben, dann wurde sie schnell lichtschwächer und der Mond wanderte am dunklen Mondrand vor den hellen Abendstern. Eineinhalb Stunden später erschien sie dann wieder am unteren linken Mondrand und erstrahlt seitdem in ihrer ursprünglichen Helligkeit.

    mondundvenus2_blog_400q.jpgMond und Venus (Rechte: WDR/Sternwarte Bochum)

    Zu Mond und Venus gesellt sich Jupiter, der etwas nördlich, also oberhalb des Mondes als heller Lichtpunkt zu sehen ist. Der Riesenplanet wird am gleichen Abend von der Venus überholt, die nach Osten wandert. Dabei erreicht die Venus immer nördlichere Positionen und wird im Dezember zum auffälligsten Gestirn am frühen Abendhimmel. Das dürfte den Sternwarten wieder zahlreiche Anrufe bescheren, weil Sterngucker die Venus für ein Ufo halten.

    Wintersternbilder am Himmel

    Am 21. Dezember um 13.04 Uhr erreicht die Sonne den südlichsten Punkt auf ihrer scheinbaren Jahresbahn. Es ist Wintersonnenwende und damit astronomischer Winteranfang. Zudem erleben wir den kürzesten Tag und die längste Nacht des Jahres. Die neue Jahreszeit zeigt sich nun auch am Himmel. Alle bedeutenden Wintersternbilder sind über dem Horizont zu finden. Das komplette Wintersechseck mit Kapella im Fuhrmann, Pollux in den Zwillingen, Porkyon im Kleinen Hund und Sirius im Großen Hund, Rigel im Orion sowie Aldebaran im Stier funkelt jetzt hell am Firmament.

    orion_blog_400q.jpg Sternbild Orion (Rechte: mauritius images)

    Am 12. Dezember ist Vollmond. Eine Stunde vor Mitternacht kommt uns der Mond mit 356.570 Kilometern Entfernung so nahe wie noch nie in diesem Jahr. Damit sieht man in dieser Nacht die größte Vollmondscheibe des Jahres 2008. Besonders der Aufgang des großen Vollmondes ist beeindruckend. Neumond ist am 27. Dezember.



  • Antennen-Denkmal wieder auf Empfang

    Egal ob russische Sputniks oder amerikanische Apollo-Missionen: Der Bochumer Wendelantenne entging in den 60er- und 70er-Jahren kein Satellit oder Raumschiff. Nach mehr als 20 Jahren Ruhepause hat die Sternwarte die Antenne nun renoviert und wieder auf Empfang geschaltet.

    antenne3_blog_400q.jpg Die Antenne zu Ihrer Glanzzeit 1972 (Rechte: WDR/Mayer)

    "Im Moment empfängt die Antenne Wetterdaten von einem amerikanischen Satelliten", sagt Thilo Elsner, Leiter der IUZ Sternwarte Bochum. Damit macht die Antenne heute wieder genau das, wozu sie 1962 konzipiert wurde: Signale aus dem Weltall empfangen. Die Wendelantenne war die erste bundesdeutsche Bodenstation für Raumflugkörper und galt seinerzeit als High-Tech-Station mit gleichem technischen Standard wie die Bodenstationen der Raumfahrtnationen USA und Russland. Von einem Bedienpult im Hauptgebäude konnte sie per Handsteuerung vertikal und horizontal bewegt werden. Damit war es möglich, Satellitenflugbahnen genau zu verfolgen und lückenlos Daten zu empfangen.

    Technischer Fortschritt legte Antenne lahm

    Die Antenne sammelte aber nicht nur Wetterdaten, auch die Signale unzähliger Missionen landeten in Bochum. Selbst als die Amerikaner ihre ersten Fernsehbilder via Satellit ausstrahlten, hätten die Bochumer mitgelauscht, sagt Elsner. Doch durch die Erforschung des Weltraums in den 70er-Jahren und den technischen Fortschritt verlor die Antenne an Bedeutung. Zum Empfang von erdumlaufenden Wettersatelliten entwickelte man automatisierte Antennen. Zugleich kam die Antenne in die Jahre, der hohe Reparaturaufwand führte 1986 schließlich zum Stillstand.

    antenne_blog_400q.jpg Schüler reparierten die marode Antenne (Rechte: IUZ Sternwarte Bochum)

    Seit Anfang November empfängt die Antenne nun wieder Signale aus dem Weltall. Drei Schüler der Technischen Beruflichen Schule 1 in Bochum renovierten drei Monate lang die marode Antenne und brachten sie für die Sternwarte Bochum wieder auf den neuesten Stand. "Die Schüler haben die Anlage nicht nur elektrotechnisch vollkommen überholt, sie haben auch die marode Mechanik erneuert", sagt Elsner.

    Moderne, computergesteuerte Antenne

    Dank eines neuen Antriebskonzepts kann die Antenne nun per Computer ausgerichtet werden, und somit wurde aus der 46 Jahre alten Anlage wieder eine moderne Antenne. Künftig dürfte die Antenne nicht nur Wetterdaten empfangen und Schüler an die Grundlagen der Satellitentechnik heranführen. "Die Statik der Anlage ist nun so konzipiert, dass wir noch unzählige Antennen darauf schrauben können", sagt Elsner. Als nächstes möchten Studenten der Ruhruniversität mit der Antenne Signale von Pulsar-Sternen empfangen.


  • Mitten im Herbst


    FotosDer Blick ins All im November (Bildergalerie)

    Am späten Abend zeigt sich am Himmel, dass wir mitten im Herbst sind. Das Sommerdreieck mit den Sternen Atair im Adler, Wega in der Leier und Deneb im Schwan ist bereits tief in Richtung Westhorizont vorgerückt. Im Südwesten zeigt sich das Viereck des Pegasus, woran sich im Osten die Stenenkette der Andromeda anschließt.

    andromeda_blog_400q.jpg Die Sternenkette Andromeda. (Rechte: Mauritius Images)

    In der Sternenkette der Andromeda sind nebelartige Lichtfleckchen zu sehen - unsere Nachbarmilchstraße, die Andromedagalaxie. Fast drei Millionen Lichtjahre sind die rund zweihundert Milliarden Sonnen dieser Milchstraße entfernt. Es ist zugleich das am weitesten entfernte Objekt, das man noch mit bloßem Auge sehen kann.

    Der Winter kündigt sich an

    Der nahende Winter kündigt sich am Himmel bereits an. In östlicher Richtung erblickt man seine bekanntesten Sternbilder: Den Stier mit dem rötlichen Aldebaran, die Zwillinge mit Kastor und Pollux sowie im Südosten den Orion.

    zwillinge_blog_400q.jpg Das Sternbild Zwilling (Rechte: Peter Wienerroither)

    Als erste Gestirne am Abendhimmel leuchten im November Venus und Jupiter auf. Sie sind knapp über dem Südwesthorizont zu sehen. Saturn geht wenige Stunden nach Mitternacht am frühen Morgenhimmel auf und ist bis Tagesanbruch zu beobachten.

    Vollmond ist am 13. November. Die Sonne wandert durch das Sternbild Waage und wechselt am 23. frühmorgens in das Sternbild Skorpion. Die Tageslänge schrumpft im November um fast eineinhalb Stunden.


  • Merkur am Morgen

    In der nun immer früher einsetzenden Abenddämmerung leuchtet als erstes die Venus. Zu Monatsbeginn geht das auch als Abendstern bekannte Gestirn kurz vor 20 Uhr unter, Ende Oktober schon eine halbe Stunde früher. Venus wandert am 18. Oktober aus dem Sternbild Waage ins Sternbild Skorpion und trifft dabei auf den roten Riesenstern Antares.

    skorpion_neu_blog.jpg Sternbild Skorpion mit Antares (Rechte: Wienerroither)

    Jupiter ist als zweiter heller Planet am Abendhimmel zu erkennen. Geht Jupiter Anfang Oktober noch eine halbe Stunde vor Mitternacht unter, so sinkt er zu Monatsende bereits kurz vor 21 Uhr unter die südwestliche Horizontlinie.

    Seltener Anblick: Merkur

    Der flinke und sonnennahe Merkur ist in der zweiten Oktoberhälfte auch am Morgen zu sehen. Das ist die einzige Zeit im Jahr, in der sich der Planet so früh zeigt. Ab dem 17. können Sterngucker Merkur als fahles, gelbliches Lichtpünktchen in der Morgendämmerung tief im Osthimmel ausmachen. Die günstigste Zeit, um einen Blick auf den nur selten zu beobachtenden Merkur zu erhaschen, sind die Tage vom 20. bis zum 28. Oktober. Gegen 6.45 Uhr wird Merkur sichtbar, bald nach 7 Uhr verblasst er bereits in der zunehmenden Morgenhelle.

    herbstviereck_400q.jpg Das Herbstviereck (Rechte: Wienerroither)


    Zwar stehen im Oktober die Sommersternbilder noch hoch am Firmament, doch der nächtliche Himmel hat bereits einen deutlichen herbstlichen Charakter. Im Süden erscheint das Herbstviereck, Hauptteil des Sternbildes Pegasus. Nordöstlich von Pegasus zeigt sich die Sternenkette Andromeda. Trotz einer Entfernung von rund drei Millionen Lichtjahren gilt sie als unserer Nachbarmilchstraße.

    Auch der kommende Winter kündigt sich schon an. Im Osten ist bereits der Stier zu erkennen. Zudem liegen schon Teile des Orion über dem Horizont, ebenso im Nordosten einige Sterne der Zwillinge. Vollmond ist am 14. Oktober, Neumond am 29. Oktober.

    Neue Bilder vom Merkur



  • Tag der Astronomie

    Wozu braucht man ein Radioteleskop? Was sind Pulsare? Und sind Schwarze Löcher die Monster des Weltalls? Antworten auf diese Fragen gibt es am Samstag, 6. September, beim Radio-Observatorium Effelsberg. Zum bundesweiten Tag der Astronomie lädt das Bonner Max-Planck-Institut (MPI) für Radioastronomie in die Außenstelle nach Effelsberg bei Bad Münstereifel ein.

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    Forschung live erleben

    Von 10 bis 17 Uhr können Interessierte das mit mehr als 100 Metern Durchmesser größte Radioteleskop in Europa besichtigen. Wissenschaftler und Mitarbeiter beantworten Fragen rund um das Teleskop und die Forschungsaktivitäten am Institut. Im Steuerraum des Teleskops können die Besucher bei Messungen an Pulsaren mitmachen. Pulsare entstehen bei Explosionen von Sternen - den Supernova-Explosionen - und liefern den Forschern Erkenntnisse über die Entwicklung des Weltalls.

    Auf Einsteins Spuren

    "Es gibt keine besseren Uhren als Pulsare", erklärt Eduardo Ros, Forschungskoordinator am MPI für Radioastronomie. Wie Leuttürme senden die Pulsare Signale, die das Radioteleskop empfängt. Besucher können sie sowohl sehen als auch hören. "Mit diesen Signalen lässt sich dann unter anderen Einsteins Relativitätstheorie überprüfen", sagt Ros. Neben den Messungen halten die MPI-Wissenschaftler Vorträge zu Themen wie Wasser im Weltall, Schwarzen Löchern und Radioteleskopen der Zukunft.

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    Wandern auf der "Milchstraße"

    Das Radioteleskop können Besucher erstmals über zwei "astronomische Straßen" erreichen: Über den 800 Meter langen Planetenweg und den vier Kilometern langen Milchstraßenweg. Auf dem Planetenweg gibt es in Abständen, die der Größe der Planeten-Umlaufbahnen entsprechen, Informationen zu unserer galaktischen Heimat. Der Milchstraßenweg entspricht im Maßstab eins zu 100 Billiarden der Strecke von 40.000 Lichtjahren durch die Milchstraße und verdeutlicht so die Größe vom äußeren Bereich bis zum Zentrum der Milchstraße. Für Menschen, die nicht so weit laufen können, gibt es auch einen Shuttle-Service vom Besucherparkplatz aus.

    Adresse des Radio-Teleskops:
    Max-Planck-Institut für Radioastronomie
    Auf dem Hügel 69
    53121 Bonn (Nordrhein-Westfalen)

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    Zahlreiche Veranstaltungen in NRW

    In NRW beteiligen sich insgesamt 31 Vereine, Volkssternwarten, Planetarien und astronomische Institute an dem von der Vereinigung der Sternfreunde initiierten Astronomietag. So lädt die Sternwarte in Bochum um 19.15 Uhr zu einem Vortrag über den Planeten Saturn und dessen aktuelle Missionen ein. Im Anschluss können Besucher mit den Wissenschaftlern in den Himmel gucken - vorausgesetzt das Wetter lässt den Blick nach oben frei.

    Weitere Informationen:

    Homepage der Vereinigung der Sternfreunde mit allen Veranstaltungen zum Astronomietag

    Homepage des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie


  • Herbst am Himmel


    FotosDer Blick ins All im September (Bildergalerie)

    Im September beginnt der astronomische Herbst. Am 22. September wechselt die Sonne auf ihrer Jahresbahn von der Nord- auf die Südhalbkugel des Himmels. Die so genannte Tagundnachtgleiche tritt ein: Von nun an sind die Nächte wieder länger als die Tage. Am abendlichen Sternenhimmel zeigt sich ebenfalls der Wechsel der Jahreszeiten. Hoch im Südosten steht bereits das Pegasusquadrat, das sogenannte Herbstviereck mit den Sternen Sirrah, Scheat, Algenib und Markab.

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    Das Sommerdreieck mit den hellen Sternen Wega in der Leier, Atair im Adler und Deneb im Schwan ist bereits in der Westhälfte des Himmels vorgerückt.

    Jupiter dominiert am Nachthimmel

    Bald nach Sonnenuntergang erscheint im Südwesten der helle Abendstern, wie der Planet Venus auch genannt wird. Zu Monatsbeginn geht Venus bereits vor neun Uhr unter, Ende September bereits vor acht Uhr. Nur durch die immer früher einsetzende Dämmerung bleibt Venus länger sichtbar. Nach dem Untergang der Venus ist Jupiter das dominierende Gestirn am Nachthimmel.

    Uranus wird sichtbar

    Der sonnenferne und darum lichtschwache Planet Uranus steht am 13. im Sternbild Wassermann. Um den grünlichen Planeten zu beobachten, benötigen Sterngucker ein gutes Fernglas oder ein Teleskop. Der Gasplanet ist 19 Mal weiter von der Sonne entfernt als die Erde und benötigt fast 85 Jahre, um die Sonne einmal zu umrunden.

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    Treffen der Planeten

    Zwar bietet der September keine spektakulären astronomischen Höhepunkte, dafür gibt es einige interessante Begegnungen der verschiedenen Himmelskörper: Am Abend des 9. September kommt der Mond in die Nähe von Jupiter. Am 11. und 12. September gibt es ein Treffen von Merkur, Venus und Mars. So nah beeinander sieht man diese Planeten selten.

    Leider ist der Abendhimmel zu den Begegnungszeiten noch recht hell, so dass man die Treffen mit dem bloßen Auge nicht sieht. Erst ein lichtstarkes Fernglas oder ein Fernrohr machen die Begegnungen sichtbar. Mit bloßem Auge sichtbar ist dagegen der Vollmond am 15. September, sowie der Neumond am 29. September.


  • Wenn sich der Mond verdunkelt

    In der Nacht von Samstag auf Sonntag können Himmelsgucker eine partielle Mondfinsternis beobachten. Vorausgesetzt, die Wolken lassen den Blick nach oben frei. Die Mondfinsternis, die in ganz Europa zu sehen ist, beginnt am Samstagabend um 20.23 Uhr, wenn der Vollmond zunächst in den Halbschatten der Erde eintritt.

    mondfin_blog_400q.jpg Eine Mondfinsternis (Rechte: dpa)


    Spannend wird es erst ab 21.36 Uhr. Dann wird der Erdtrabant vom dunklen Kernschatten unseres Planeten erfasst. In den folgenden rund eineinhalb Stunden breitet sich der Schatten nach und nach über weite Teile der Mondscheibe aus, bis um 23.10 Uhr gut 80 Prozent des Mondes in den Erdschatten eingetaucht sind. Dann steht der Mond als schmale Sichel am Himmel - nur der nördlichste Teil des Erdtrabanten erstrahlt in vollem Licht. Danach hellt sich der Mond langsam wieder auf, bis er um etwa 0:45 Uhr am Sonntagmorgen den Schatten der Erde wieder vollständig verlässt.

    mondfi_schema_blog_400q.jpg Schema einer Mondfinsternis (Rechte: WDR/Runde)


    Bei einer Mondfinsternis steht die Erde auf einer gerade Linie zwischen Sonne und Mond. Der Vollmond taucht in den Schatten ein, den die von der Sonne angestrahlte Erde ins Weltall wirft. Bei der Mondfinsternis wird der Erdtrabant keineswegs unsichtbar. Er erscheint vielmehr in einem düsteren Licht, das von bräunlich bis orangerot variieren kann. Bei einer partiellen Mondfinsternis wie Samstagnacht verschwindet nicht die ganze Mondscheibe im Erdschatten, sondern nur ein Teil. Bis zur nächsten totalen Mondfinsternis müssen sich Sterngucker noch gedulden. Erst im September 2015 gibt es wieder eine totale Mondfinsternis in Deutschland.

    Mondfinsternis am Wochenende [WDR 5 - Leonardo]


  • Und plötzlich ist die Sonne weg


    Fotos Der Blick ins All im August (Bildergalerie)

    Im August zeigt der Himmel gleich zwei dramatische Schauspiele: Eine Sonnen- und Mondfinsternis. Am Freitag (01.08.08) verschwindet zunächst die Sonne hinter dem Mond - in Deutschland allerdings nur zu einem kleinen Teil.

    Die Sonnenfinsternis beginnt um 10.38 Uhr (Sommerzeit). Gegen 11.30 Uhr wird die maximale Phase erreicht und um spätestens um 12.20 Uhr gibt der Neumond die Sonne wieder komplett frei. Spektakulär dürfte die Sonnenfinsternis in Deutschland nicht werden, hier ist nur eine partielle Sonnenfinsternis sichtbar. Verdeckt der Mond in Kiel noch 22 Prozent von der Sonne, sind es in Köln zwölf Prozent und im Süden von Bayern gerade einmal sechs Prozent - und damit kaum bemerkbar.

    sofi_ddp_blog_400q.jpg Eine partielle Sonnenfinsternis (Rechte:ddp)


    Als totale Sonnenfinsternis - bei der die Sonne vollständig hinter dem Mond verschwindet - zeigt sich das Naturspektakel diesmal nur im Norden der Erdkugel. Die knapp 240 Kilometer breite Totalitätszone zieht sich vom Nordwesten Kanadas entlang der Nordküste Grönlands und über das Nördliche Eismeer, Sibirien bis nach China. In dieser Zone wird sich die Erde für maximal zweieinhalb Minuten verdunkeln und es wird am Tage zur Nacht.

    Ein Zufall im Planetensystem

    Glaubte man im alten China noch, dass bei einer Finsternis ein Drache die Sonne verschluckte und direkt wieder ausspukte, wissen Wissenschaftler heute, dass die Sonnenfinsternis von einem puren Zufall im Planetensystem abhängt: Sonne und Mond erscheinen von der Erde aus praktisch gleich groß. Zwar ist die Sonne im Durchschnitt rund 400 Mal größer als der Monddurchschnitt, sie ist aber zugleich auch rund 400 Mal so weit von der Erde entfernt wie der Mond. Daher ist es dem kleineren Mond möglich, die größere Sonne zu bedecken - allerdings nur bei Neumond.

    sofi_nasa_blog_400q.jpg Der Mond verdeckt die Sonne komplett (Rechte: NASA)

    Pro Jahr gibt es bei Neumond bis zu vier Sonnenfinsternisse, davon maximal zwei totale. Doch ein bestimmter Ort auf der Erde kommt nur einmal in einigen hundert Jahren in den Genuss einer totalen Sonnenfinsternis. Die letzte in Deutschland war am 11. August 1999 in Stuttgart - und wegen schlechten Wetters kaum zu beobachten. Das nächste Mal wird sich der Himmel am Tage über Deutschland erst wieder am 3. September 2081 komplett verdunkeln.

    Nur mit Spezialbrillen gucken

    Auch bei der partiellen Sonnenfinsternis warnen Astronomen davor, direkt in die Sonne zu schauen - außer mit einer Spezialbrille. Ansonsten droht ein Augenschaden. Ungefährlicher ist dagegen das zweite Naturschauspiel am Himmel im August: Die partielle Mondfinsternis in der Nacht vom 16. auf den 17. August. Sie kann mit bloßem Auge und Teleskopen von der Erde aus beobachtet werden - vorausgesetzt Wolken verhageln nicht den Blick.

    mondfi_dpa_blog_400q.jpg Bei der Mondfinsternis erscheint der Mond rötlich (Rechte:dpa)


    Bereits am 21.36 Uhr taucht der Vollmond in den sogenannten Kernschatten der Erde ein. Unser Planet befindet sich dann genau zwischen Sonne und Mond. Zur Mitte der Finsternis um 23.10 Uhr stehen 81 Prozent Mondscheibe im Schatten der Erde. Um 0.43 Uhr verlässt der Mond wieder den Schatten der Erde. Der im Schatten liegende Teil des Mondes erscheint - bei wolkenfreiem Himmel - nicht völlig schwarz, sondern leuchtet in einem rötlichen Licht. Es handelt sich dabei um das in der Erdatmosphäre gestreute und gefilterte Sonnenlicht.

    Die NASA berichtet von der Sonnenfinsternis am 01.08.08 live im Internet und auf NASA-TV (englisch)


  • Doppel-Asteroid rast an Erde vorbei

    Ein großer Doppel-Asteroid wird am Montag (14.07.08) an der Erde vorbeirasen. Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA erwartet, dass der Asteroid gegen 17 Uhr mit mehr als 45.000 Kilometern pro Stunde unseren Planeten passieren wird. Ein Einschlagrisiko besteht jedoch nicht.

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    Die Erde mit einem Asteroid. (Rechte: mauritius)

    Das Objekt mit dem Namen 2008 BT18 wurde erst kürzlich als Doppel-Asteroid erkannt. Wissenschaftler schätzen, dass der größere Brocken des Asteroidenpaares einen Durchmesser von rund 600 Metern hat, der kleinere einen Durchmesser von rund 200 Metern. "Ähnlich wie beim Erde-Mond-System kreist der kleinere Asteroid um den größeren", erklärt Ekkehart Kührt, Leiter des Instituts für Planetenforschung beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Wie diese Paare entstehen, ist noch ungeklärt. Derzeit gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Asteroiden einmal eins waren und sich dann geteilt haben.

    Nicht mit dem Auge sichtbar

    2008 BT 18 wird die Erde in sechsfacher Mondentfernung passieren, nur wenige Asteroiden kommen der Erde so nahe. Die Astronomen hoffen, dass sie mit großen Radioteleskopen einen detaillierten Blick auf den Asteroid werfen können. Sie wollen unter anderem die Masse und das Material der beiden Komponenten genauer bestimmen. Die Beobachtungen sollen auch helfen, Wege zur Ablenkung von Doppel-Asteroiden zu finden, falls solche Objekte auf Kollisionskurs mit der Erde entdeckt werden sollten.

    Mit dem bloßen Auge und normalen Teleskopen wird 2008 BT 18 nicht sichtbar sein. "Selbst wenn der Asteroid relativ nahe die Erde passiert, ist er noch mehrere Millionen Kilometer entfernt", sagt Kührt. Erst 2029 komme ein Asteroid unserem Planeten bedeutend näher: Dann wird sich Apophis bis auf 40.000 Kilometer der Erde nähern.

    NASA-Seite zum Doppel-Asteroid (englisch)


  • Jupiter strahlt im Juli


    Fotos Der Blick ins All im Juli (Bildergalerie)


    Der hellste Lichtpunkt am Sternenhimmel im Juli ist Jupiter. Der Riesenplanet steht am 9. der Sonne genau gegenüber. Wenn die Sonne abends untergeht, taucht Jupiter im Südosten auf. Um Mitternacht sieht man ihn dann am Südhimmel und morgens geht er im Südwesten unter, wenn die Sonne im Nordosten über die Horizontlinie steigt. Die sonst sehr helle Venus steht am Taghimmel und ist daher nicht zu sehen.

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    Planet Jupiter (Rechte: dpa)

    Schon in einem Fernglas sind die vier hellen Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto zu sehen. Bis auf Europa übertreffen diese Jupitermonde den Erdmond an Größe bei weitem. Mit 5.262 Kilometer Durchmesser ist Ganymed der größte Mond in unserem Sonnensystem. Er ist damit sogar größer als der sonnennahe Planet Merkur.

    Sommerlicher Fixsternhimmel

    Der abendliche Fixsternhimmel trägt nun eindeutig sommerliche Züge. Mit Einbruch der Dunkelheit ist das große und leicht erkennbare Sommerdreieck mit Wega, Deneb und Atair schon hoch im Osten zu sehen. Das Frühlingssternbild Bootes mit dem hellen Arktur ist bereits in die westliche Himmelshälfte gerückt. Markant ist auch die Nördliche Krone. Sie wird durch einen kleinen Sternenhalbkreis angedeutet, der zwischen dem Bootes und dem Herkules liegt.

    Auffällig am Südhimmel leuchtet der rote Riesenstern Antares im Skorpion. Dem Skorpion folgt im Tierkreis der Schütze, in dem sich gerade der helle Jupiter aufhält. Der Große Wagen sinkt im Nordwesten herab, während im Nordosten das Himmels-W mit ihrem Aufstieg beginnt.

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    Das Sternbild Skorpion


    Vom 11. Juli bis 18. August leuchten die Sternschnuppen der Juli-Aquariden auf. Um den 27. Juli herum sind pro Stunde dann etwa 20 Sternschnuppen zu erwarten. Die beste Beobachtungszeit sind die Stunden nach Mitternacht.

    Am 4. Juli erreicht die Erde ihre größte Entfernung von der Sonne in ihrem Jahreslauf. Das Sonnenlicht ist dann acht Minuten und 27 Sekunden zur Erde unterwegs, während es Anfang Januar bereits 17 Sekunden früher bei uns eintrifft. Die Neumondphase beginnt am 3. Juli um 4.19 Uhr, Vollmond ist am 18. Juli um 9.59 Uhr.


  • Mittsommernacht steht bevor


    Der Blick ins All im Juni (Bildergalerie)

    Ein Blick in den abendlichen Junihimmel zeigt: Die Umstellung zum Sommerhimmel hat begonnen. Der Astronomische Sommer beginnt am 21. Juni um 1.59 Uhr im Sternbild Stier. Dann erreicht die Sonne den Gipfel ihrer Jahresbahn und die kürzeste Nacht im Jahr steht an: die Sommersonnenwende.

    Das Sommerdreieck aus Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler ist bereits vollständig aufgegangen. Auf der Verbindungslinie Arktur - Wega liegen die Sternbilder Nördliche Krone und Herkules. Die Nördliche Krone besteht aus einem einprägsamen Halbkreis von Sternen. Ein Stern - Gemma genannt - leuchtet deutlich heller als die übrigen und soll den Edelstein in der Krone darstellen.

    Die Nördliche Krone mit dem Stern Gemma; Rechte: Peter Wienerroither Die Nördliche Krone mit dem Stern Gemma

    Knapp über dem Nordhorizont entdeckt man das Himmels-W, das gegenüber dem Großen Wagen steht. In den europäischen Breiten sind der Große Wagen und das Himmels-W in jeder klaren Nacht des Jahres zu sehen - sie gehen niemals unter.

    Im Westen die Frühlingssternbilder

    Der westliche Teil des Firmaments wird noch von den Frühlingssternbildern geprägt. Weit im Westen erkennt man ein großes Sternentrapez, das den Rumpf des Löwen bildet. Im Südwesten trifft man auf die Jungfrau mit ihrem bläulichen Hauptstern Spica. Die Jungfrau ist die Göttin der Gerechtigkeit. Sie hält in der einen Hand eine Waage, um die Seelen der jüngst Verstorbenen zu wiegen und damit zu entscheiden, ob sie ins Paradies dürfen oder in den Hades zu stürzen sind.
    Das Sternbild Löwe; Rechte: Peter WienerroitherDas Sternbild Löwe

    Ein heller Planet beherrscht die zweite Nachthälfte, nämlich Jupiter im Sternbild Schütze. Der Riesenplanet geht jetzt immer früher auf. Am 1. passiert er um Mitternacht die östliche
    Horizontlinie, am Monatsende erfolgt sein Aufgang schon kurz vor zehn Uhr abends.

    Extreme Gezeiten bei Neumond

    Die beiden hellen Planeten Mars und Saturn halten sich weit im Westen auf. Mars ist allerdings nicht mehr besonders auffällig. Saturn zieht sich aus der zweiten Nachthälfte allmählich zurück. Am 8. ergibt sich nach Einbruch der Dunkelheit ein netter Himmelsanblick: Tief am Westhimmel ist das Dreigestirn Mars, Regulus und Saturn zu sehen, zu dem sich die Sichel des zunehmendenMondes gesellt.

    Bereits am 3. um 21.23 Uhr ist Neumond. Am gleichen Tag passiert der Mond nachmittags seinen erdnächsten Bahnpunkt, wobei er sich bis auf 357 250 Kilometer der Erde nähert. Das Zusammenfallen von Neumond und Erdnähe führt wieder zu extremen Gezeiten, wobei auch in den Folgetagen tektonische Beben und verstärkte Vulkanaktivität ausgelöst werden können. Vollmond ist am 18. um 19.30 Uhr.


  • Unterwegs mit "Inspektor M. Theo Sat"

    Ein bisschen sieht das Sat-Mobil aus, wie das legendäre FlieWaTüüt, mit dem Robbi und Tobbi Anfang der 70er Jahre durch die ARD düsten - das findet zumindest Thilo Elsner, Leiter der IUZ Sternwarte Bochum. Die neueste Errungenschaft der Sternwarte kann aber viel mehr. So fängt der um- und aufgerüstete Kleinwagen zum Beispiel mit einer 90-Zentimeter-Satellitenschüssel Bilder aus dem All ein.

    Sat-Mobil; Rechte: Sternwarte Bochum
    Mit dem neuen Sat-Mobil werden die Bochumer Sterngucker am 17. Mai nach Stuttgart zum Ideen-Park fahren, einer Technik-Erlebniswelt, die sich vor allem an Jugendliche, Familien und Schüler wendet. Anhand von Live-Satellitenbildern, die mit dem Sat-Mobil empfangen werden, können sie dort nicht nur das aktuelle Wetter über Stuttgart ablesen, sondern es können auch Veränderungen unserer Umwelt, zum Beispiel durch den Klimawandel, sichtbar gemacht werden. Im Rahmen einer Spielgeschichte mit Multimedia-Clips, Präsentationen und Mitmach-Aktionen, unternehmen die Kinder eine Reise mit dem Umweltdetektiv "Inspektor M. Theo Sat" (benannt nach dem Umweltforschungssatelliten METEOSAT) und erfahren, wie Satelliten aus dem All die Erde erforschen. Über eine Satellitenempfangsanlage besteht direkt Kontakt zu dem unsichtbaren Helfer im Weltall. Die Kinder werden selbst zu Umweltdetektiven und finden Lösungen, wie jeder Einzelne im Alltag, in der Schule oder zu Hause dem Klima etwas Gutes tun kann. Die Vorschläge zum Klimaschutz werden auf großen Malbögen festgehalten und so entsteht nach und nach eine bunte Ideensammlung für eine klimafreundliche Zukunft.
    Nach seiner Premiere beim Ideenpark in Stuttgart kommt das Sat-Mobil dann keinesfalls in die Garage, sondern wird bundesweit im Rahmen von Schulangeboten zum Einsatz kommen.


  • Merkur am Maihimmel

    In der ersten Maihälfte hat der sonnennahe und darum schwierig zu beobachtende Planet Merkur einen seiner seltenen Auftritte am Abendhimmel. In der späten Dämmerung zwischen 20 Uhr und 22 Uhr ist der bleiche Planet am Nordwesthorizont zu sehen. Die günstigste Sicht liegt zwischen dem 6. und 9. Mai. Doch schon nach der Monatsmitte zieht sich der flinke Merkur rasch zurück und zeigt sich auch für den Rest des Jahres nicht mehr am Abendhimmel. Erst Ende Oktober und Anfang November wird Merkur wieder etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang am Morgenhimmel zu erspähen sein.

    merkur_400q.jpg Merkur zeigt sich im Mai.(Foto: Mauritius)

    Noch zwei weitere, helle Planeten sind am Abendhimmel zu sehen: der rötliche Mars und der ringgeschmückte Saturn. Mars verlässt im ersten Maidrittel das Sternbild Zwillinge und wechselt in das Sternbild Krebs. Im letzten Monatsdrittel passiert der Kriegsplanet den Sternhaufen Krippe (Praesepe) im Krebs. Die Amerikaner nennen den Sternhaufen "beehive", den Bienenkorb. Denn im Fernglas wimmelt es nur so von Sternen wie von Bienen in einem Stock.

    Maitanz der Sternschnuppen

    Saturn hält sich weiter im Sternbild Löwe nahe dessen Hauptstern Regulus auf. Zu Monatsende geht der Ringplanet kurz nach 2.00 Uhr unter. Der Riesenplanet Jupiter beherrscht als strahlendes Gestirn unübersehbar die zweite Nachthälfte. Er verlegt seine Aufgänge in die Zeit um Mitternacht und ist derzeit hellster Planet am Nachthimmel.

    Bis zu 60 Sternschnuppen pro Stunden können Sterngucker am 5. Mai beobachten, wenn die Meteore der Mai-Aquariden auftauchen. Sie scheinen dem Sternbild Wassermann zu entströmen.

    Sommerdreieck geht auf

    Die Wintersternbilder sind nun endgültig von der Himmelsbühne abgetreten. Lediglich die beiden Sternenketten der Zwillinge mit ihren hellen Hauptsternen Kastor und Pollux sind noch tief im Westen zu erkennen. Im Nordosten geht gerade das Sommerdreieck auf. Die beiden hellen Ecksterne Wega im Sternbild Leier und Deneb im Schwan sind schon über die Horizontlinie gestiegen, während der dritte Eckstern, Atair im Adler, noch nicht aufgegangen ist.

    sommerdreieck_runde_400q.jpg
    Das Sommerdreieck (Foto: WDR)

    Wer senkrecht nach oben blickt, erkennt sofort den großen Himmelswagen. Der Bogenschwung seiner Deichsel deutet wie ein Zeigefinger auf einen hellen, orangefarbenen Stern, dem Arktur. Im Süden schreitet gerade die Jungfrau durch den Meridian. In ihr funkelt in einem bläulich-weißen Licht ihr Hauptstern Spica. Etwas südwestlich von Spica stößt man auf das markante Sternentrapez des Raben.

    Zum Monatsbeginn steht die schmale Sichel des abnehmenden Mondes am Morgenhimmel. Am 5. Mai um 14.18 Uhr ist Neumond. Vollmond ist am 20. Mai. Die Sonne klettert auf ihrer Jahresbahn immer höher, die Tageslänge wächst im Mai um eineinviertel Stunde.


    Fotos Der Blick ins All im Mai


  • Sternschnuppen am Frühlingshimmel


    Fotos Der Blick ins All im April

    Beim Blick in den frühlingshaften Abendhimmel fällt das markante Sternbild Großer Wagen auf. Dieser hilft auch bei der Orientierung: Leicht zu sehen ist dann nämlich der Polarstern - wenn man ihn erblickt, ist das Gesicht nach Norden gerichtet. Im Rücken hat man dann Süden, links Westen und rechts Osten.

    Hoch im Süden durchschreitet der Löwe den Meridian. Ein mächtiges Sternentrapez markiert den Rumpf des Tieres. Darauf sitzt ein kleineres Trapez, das den Kopf des Löwen andeutet. Knapp neben dem bläulichen Löwen-Hauptstern Regulus leuchtet in fahlem Gelb der Ringplanet Saturn. Ein weiterer heller Planet am Frühlingshimmel ist Mars. Der rötliche Planet wandert durch das Sternbild Zwillinge an den Zwillingssternen Kastor und Pollux vorbei. Zum Monatsende bilden Kastor, Pollux und Mars eine gerade Linie - eine auffällige Konstellation. Folgt man dem Bogenschwung der Wagendeichsel, trifft man auf einen orangerot leuchtenden, hellen Stern. Dabei handelt es sich um Arktur im Sternbild Bootes, auch Bärenhüter genannt. Mit Sirius, Kanopus und Wega zählt Arktur zu den vier hellsten Fixsternen am irdischen Firmament.

    jungfrau_haupt_spica_400q.jpgDas Sternbild Jungfrau mit dem Hauptstern Spica. (Foto: Peter Wienerroither)

    Dem Löwen folgt im Tierkreis das Sternbild Jungfrau - ebenfalls ein prominentes Frühlingsbild, das nun seinen Platz im Südosten einnimmt. Jungfraus heißer Hauptstern Spica funkelt in bläulichem Licht. Spica bedeutet so viel wie Kornähre - die Jungfrau hält sie als Symbol der Fruchtbarkeit in einer Hand. Die drei Sterne Arktur, Regulus und Spica bilden das so genannte Frühlingsdreieck.

    fruehlingsdreieck_boesel_40.jpgFrühling am Sternenhimmel (WDR/Bösel)

    Am Morgenhimmel strahlt Jupiter im Sternbild Schütze. Der Riesenplanet - sein Durchmesser übertrifft den der Erde um das Elffache - kann in der zweiten Nachthälfte gesehen werden. Von den acht Planeten unseres Sonnensystems ist Jupiter der größte.

    Vom 16. bis zum 25. April wird der Sternschnuppenstrom der Lyriden aktiv. Seine Meteore scheinen dem Sternbild Leier zu entströmen. Ihr Ausstrahlungspunkt liegt etwa sieben Grad südwestlich von Wega, dem Hauptstern der Leier. Die Sternschnuppen flitzen mit einer Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Sekunde - 180.000 Kilometern pro Stunde - durch das All.

    Neumond ist am 6. April um 5.55 Uhr, Vollmond am 20. April um 12.25 Uhr erreicht. Am Abend sieht man den hellglänzenden Mond im Sternbild Jungfrau. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt in diesem Monat für Europa um gut zehn Grad zu.


  • Io lässt Polarlichter leuchten

    Überraschung für die Forscher: Bilder des Hubble-Teleskops zeigen Polarlichter am Jupiter und seinem Mond Io, die so bisher noch niemand gesehen hatte. Der Kölner Geophysiker Joachim Saur ist dem Leuchten auf der Spur.

    Frage: Herr Professor Saur, was erforschen Sie und Ihre Kollegen von der Universität Lüttich mit Bildern und Daten des Hubble-Teleskops?

    Joachim Saur: Wir untersuchen das Jupiter-System. Jupiter hat vier große Monde, einer davon, der innerste, ist Io. Io ist der vulkanisch aktivste Körper in unserem Sonnensystem, hat daher eine Atmosphäre und ist vergleichsweise nah an Jupiter dran. So nah, dass er vom Magnetfeld des Jupiter durchdrungen wird. Dabei entstehen starke Plasmawellen, die einen donutförmigen Ring bilden und auf die Atmosphäre des Jupiter stoßen. Dort regen sie Polarlichter an. Die Hubble-Bilder zeigen einen hellen Punkt in der Jupiter-Aurora, den so genannten Io-Fußpunkt. Häufig erkennt man zudem weitere, schwächere Leuchtpunkte hinter dem ersten Fußpunkt, die sozusagen ein Echo des Hauptpunktes sind. Mit dem Weltraum-Teleskop kann man am Nord- und Südpol des Planeten diese Leuchtflecke sehen. Ihre Leuchtkraft ist so groß wie die aller Polarlichter der Erde zusammen - man bräuchte in etwa 100 Kraftwerke, um diese Leuchtintensität zu generieren.

    jupiter_01_400_250.jpgJupiters Aurora und Io-Fußpunkt, der durch Plasmawellen erzeugt wird. (Foto: NASA)

    Frage: Was haben Sie jetzt Neues entdeckt?

    Saur: Das Hauptleuchten wurde vor etwa zehn Jahren zum ersten Mal beobachtet. Nun haben wir entdeckt, dass dieser Leuchtfleck einen kleinen Bruder hat. Die Leuchterscheinungen eilen Io voraus - daher werden sie "Vorläufer" genannt - und sind um den Faktor zehn dunkler als die bisher bekannten Polarlichter. Sie tauchen an einer Stelle auf, an der niemand ein solches zusätzliches Leuchten erwartet hat. Wir gehen davon aus, dass die Plasmawellen schnelle energetische Elektronen erzeugen, die auf anderen als den bekannten Bahnen durch die Jupiteratmosphäre strömen und diesen Leuchtfleck erzeugen.

    Frage: Lässt sich dieses Phänomen auch mit Hobby-Teleskopen beobachten?

    Saur: Nein, das geht nur mit sehr leistungsfähigen, möglichst auch im Weltraum stationierten Teleskopen.

    jupiter_02_400_250.jpgNeuentdeckung: Der "Vorläufer" als kleiner Bruder des Io-Fußpunktes. (Foto: Nasa)

    Frage: Welche Bedeutung hat diese Entdeckung für Sie?

    Saur: Wir haben gedacht: "Wow, wir verstehen das System eigentlich gar nicht richtig." Dieser Prozess, der den Mond an den Mutterplaneten koppeln kann, ist ganz fundamental. Bei der Erde entstehen diese Effekte nicht, weil ihr Magnetfeld nicht ausreicht. Aber bei den anderen Planeten des äußeren Sonnensystems schon.

    Frage: Was lassen sich für Rückschlüsse aus den Leuchtflecken ziehen?

    Saur: Wir als Wissenschaftler versuchen, Polarlichter als Ganzes zu verstehen - die auf der Erde, aber auch die auf dem Jupiter oder auf anderen Planeten. Ziel ist es, einen einheitlichen Mechanismus zu finden, der allen Polarlichtern zu Grunde liegt. Auf der Erde entstehen sie, wenn geladene Teilchen des Sonnenwindes an den Polen auf die Erdatmosphäre treffen. Sie werden also durch die Sonne kontrolliert - die Sonne spielt beim Jupiter überhaupt keine Rolle. Deswegen gibt es irgendeinen Prozess, der viel tiefer liegt. Wir wollen ein Universalitätsprinzip für alle Polarlichter finden. Nur auf die Erde zu schauen, reicht dafür nicht aus.

    Polarlichter - Infos bei "Planet Wissen"

    Homepage von Joachim Saur

    Offizielle NASA-Seite des Hubble-Teleskops (engl.)


  • Mit dem Frühling kommt die Sommerzeit


    Fotos Der Blick ins All im März

    Saturn ist fast die gesamte Nacht am Sternenhimmel vertreten. Der Ringplanet wandert rückläufig durch den Löwen und steuert auf Regulus zu. Dabei übertrifft Saturn den Löwenhauptstern Regulus deutlich an Glanz. Eine interessante Konstellation ist am 19. März abends zu sehen, wenn sich zu Saturn und Regulus der fast volle Mond hinzu gesellt.

    Jupiter ist am Morgenhimmel zu sehen und taucht immer früher am Osthorizont auf. Am Monatsende erscheint der Riesenplanet schon kurz vor vier Uhr morgens über der östlichen Horizontlinie. An Glanz wird Jupiter nur noch von Venus übertroffen.

    jupiter1_bl_400q.jpgJupiter, aufgenommen vom Hubble-Teleskop. (Foto: dpa)

    Im Osten hat der Aufmarsch der Frühlingsbilder begonnen, die neue Jahreszeit kündigt sich an. Dominant ist das Sternbild Löwe, in dem wie erwähnt der Ringplanet Saturn glänzt. Hoch im Westen sind die beiden Sternenketten der Zwillinge mit ihren Hauptsternen Kastor und Pollux auszumachen. Im Grenzgebeiet zwischen Stier und Zwillingen zieht eben der Rote Planet Mars seine Bahn.

    Die Krippe im Krebs
    Zwischen Zwillingen und dem Löwen ist der unscheibare Krebs beheimatet. Das Sternbild setzt sich nur aus lichtschwachen Sternen zusammen, weshalb er in unseren lichtverschmutzten Gegenden kaum mehr sichtbar ist. In einer dunklen Gegend bei klarer Sicht ist jetzt die günstigste Zeit, den lichtschwachen Krebs zu erspähen. Auffallend am Krebs ist der offene Sternhaufen Krippe, der mit bloßem Auge als mattes Lichtfleckchen zu erkennen ist. Erst im Fernglas zeigt sich ein Sternengewimmel, und richtig beeindruckend wird der Anblick im Teleskop: Dann glitzern die Sterne wie bunte Edelsteine auf schwarzem Samt.
    loewe03_bl_400q.jpgDer Löwe: Zeichen für den Frühling am Sternenhimmel. (Foto: P. Wienerroither)

    Neumond tritt am 7. März um 18.14 Uhr ein, der Ostervollmond wird am 21. um 19.40 Uhr erreicht. Am 20. passiert die Sonne um 6.48 Uhr den Frühlingspunkt und wechselt auf die Nordhalbkugel des Himmels, die Tagundnachtgleiche tritt ein. Die Tageslänge nimmt im März um fast zwei Stunden zu. Am 30. März werden die Uhren um zwei Uhr morgens um eine Stunde vorgestellt und die Sommerzeit beginnt.


  • Warten auf eine Wolkenlücke

    Das Internet-Teleskop der Sternwarte Bochum kennt zwar die Position des Mondes und verfolgt ihn in seiner Bewegung über den Himmel. Aber Julia Dröger hatte in der momentanen Phase des vollständigen Kernschattens noch keine Gelegenheit, ein Bild des eigentlich schwach rötlich leuchtenden Mondes einzufangen.


  • 3.27 Uhr

    Starker Hochnebel lässt den durch die Finsternis verdunkelten Mond über Bochum selbst mit dem Teleskop nur in kurzen Momenten sichtbar werden.


  • 3.14 Uhr


  • 3.09 Uhr


  • 2.13 Uhr


  • 1.44 Uhr


  • Der Himmel über Bochum ist aufgerissen

    Die Wolken über der Sternwarte haben sich immer mehr verzogen. Allerdings trübt Hochnebel den Mond. Verfolgen Sie die einzelnen Phasen der Mondfinsternis mit dem WDR Internet Teleskop. Wenn sich nicht automatisch ein Popup Fenster öffent, klicken sie hier. Immer wenn gut Sicht auf den Mond herrscht, wird ein neues Bild aufgenommen.


  • Wenn der Mond dunkel wird

    Mond, gesehen durch die TeleskopCam; Rechte: WDR/Sternwarte Bochum

    Das Teleskop ist positioniert, die Kamera getestet und ausgerichtet. In der Sternwarte in Bochum ist alles für die anstehende Mondfinsternis vorbereitet. WDR.de wird mit der TeleskopCam in der Sternwarte Bochum das Naturereignis live begleiten. Vorausgesetzt, die derzeitigen Wolken weichen vom Bochumer Himmel. Am späten Nachmittag fällt leichter Nieselregen. "Noch ist ausreichend Zeit, dass das Regenband weiterzieht", sagt Julia Dröger. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Sternwarte ist optimistisch, dass sie mit der WDR.de-TeleskopCam schöne Bilder einfangen wird. "Uns reichen ja Wolkenlücken", meint Dröger. Die Mondfinsternis beginnt um 1.35 Uhr, die Phase der totalen Finsternis geht erst um 4.01 Uhr los. Und was macht die Wissenschaftlerin, damit sie die lange Nacht durchhält? "Ich arbeite ein paar Projekte ab und trinke viel Kaffee", sagt Dröger.

    Erklärung einer Mondfinsternis [WDR5]


  • Hoffen auf Wolkenlücken

    Mondfinsternis im März 2007; Rechte: dpa

    Nachtschwärmer oder Frühaufsteher können in der kommenden Nacht eine totale Mondfinsternis erleben. Behalten die Meteorologen allerdings recht, trüben Wolken über den meisten Teilen Deutschlands den Blick ins All. Die Chancen auf einen klaren Himmel sind im Nordwesten beispielsweise im Emsland und in Friesland nach Einschätzung der Wetterdienste am größten.

    Live dabei mit dem Internet-Teleskop von WDR.de

    Wer aber die angesagten frostigen Temperaturen scheut, kann die Mondfinsternis auch im Warmen verfolgen: WDR.de richtet von der Sternwarte Bochum aus das Internet-Teleskop in den nächtlichen Himmel - in der Hoffnung auf eine freie Sicht. Die Mondfinsternis beginnt am Donnerstagmorgen um 1.35 Uhr, wenn der Vollmond zunächst in den Halbschatten der Erde eintritt. Spannend wird es für Beobachter, wenn um 2.43 Uhr der Mond vom Kernschatten der Erde erfasst wird. In den folgenden 78 Minuten breitet sich der Schatten nach und nach über die gesamte Mondscheibe aus. Um 4.01 Uhr beginnt die wohl spektakulärste Phase der totalen Finsternis, die bis 4.52 Uhr dauert. Danach hellt sich der Rand der Mondscheibe wieder langsam auf, bis um 6.09 Uhr der Mond wieder vollständig den Schatten der Erde verlässt.

    Nächste totale Mondfinsternis erst 2015

    Himmelsblicker mit Wetterglück werden diese Nacht keineswegs einen unsichtbaren Mond beobachten. Er erscheint vielmehr in einem düsteren Licht, das von bräunlich bis orangerot variieren kann. Dieser "Blutmond" entsteht dadurch, dass die Erdatmosphäre das Sonnenlicht bricht, wobei das langwellige rötliche Restlicht in den Kernschatten gelenkt wird. Wer das Naturschauspiel in der kommenden Nacht verpasst, muss sich bis zur nächsten Vorstellung ein wenig gedulden: Die nächste totale Mondfinsternis in gesamter Länge ist in Deutschland erst im September 2015 wieder zu sehen.


  • Highlight totale Mondfinsternis

    Der Blick ins All im Februar

    In der Nacht vom 20. auf den 21. Februar erwartet Sterngucker ein besonderes Ereignis: Eine totale Mondfinsternis, die bei wolkenfreiem Himmel von Mitteleuropoa aus in voller Länge beobachtet werden kann. Sichtbar wird die Verdunklung des Mondes aber erst um 2.34 Uhr, dann beginnt der Mond, in den Kernschatten der Erde einzutauchen. Die so genannte Totalität, in der der Mond vollständig im Kernschatten der Erde steht, dauert von 4.01 bis 4.52 Uhr. Um 6.09 tritt der Mond dann komplett aus dem Kernschatten heraus - und der sichtbare Teil des Spektakels ist zu Ende.

    mondfinsternis1_bl_400q.jpgSo könnten die Phasen der Mondfinsternis aussehen - bei klarem Himmel. (Foto: dpa)

    Interessantes gibt es auch gleich zu Monatsbeginn: Die schmale Sichel des abnehmenden Mondes zieht am 4. Februar an den beiden hellen Planeten Venus und Jupiter vorbei. Zu sehen ist dies gegen 7.00 Uhr morgens knapp über dem Südosthorizont.

    Neumond ist am 7. Februar um 4.44 Uhr, wobei die dunkle Neumondscheibe die Sonne verfinstert. Diese ringförmige Sonnenfinsternis kann man allerdings nur an sehr wenigen Orten auf der Erde beobachten: Lediglich von der Antarktis und dem südlichen Eismeer aus ist sie zu sehen.

    Roter Planet zieht sich langsam zurück

    Mars, bis Ende Februar noch ein auffälliges Gestirn, zieht sich allmählich zurück. Am Abendhimmel steigt Saturn im Osten auf, wandert durch den Löwen und und nähert sich dessen Hauptstern Regulus. Ein interessanter Anblick ergibt sich am 21. Februar, wenn der verfinsterte Vollmond nahe dem Ringplaneten steht.

    Nach wie vor beherrschen die Wintersternbilder den abendlichen Fixsternhimmel. Himmelsjäger Orion hat bereits den Meridian durchschritten. Sein rötlicher Schulterstern Beteigeuze und sein bläulicher Fußstern Rigel sind selbst am aufgehellten Stadthimmel gut zu erkennen, ebenso die drei in einer Linie stehenden Gürtelsterne.

    Neue Jahreszeit kündigt sich an

    Doch kündigt sich am Osthimmel mit dem Sternbild Löwe und seinem Hauptstern Regulus der Frühling an.

    loewe1_bl_400q.jpgSternbild Löwe als Zeichen des Frühlings (Foto: P. Wienerroither)

    Hoch über unseren Köpfen stehen jetzt abends die Zwillinge. Zwischen dem Löwen und den Zwillingen ist der Krebs beheimatet. Dieses Sternbild zu erkennen, ist nicht einfach, da es nur aus lichtschwachen Sternen zusammengesetzt ist. Im Nordosten schiebt sich der Große Wagen langsam höher, während Kassiopeia, das Himmels-W, zum Horizont herabsinkt. Großer Wagen und Himmels-W sind in unseren Breiten in jeder klaren Nacht zu sehen, diese Sternbilder gehen bei uns nie unter. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt im Februar um rund neun Grad zu, die Tageslänge wächst um eineinhalb Stunden.


  • Keine Kollisionsgefahr durch Asteroid

    Morgen zieht Asteroid 2007 TU 24 in 1,4-facher Mondentfernung an der Erde vorbei.

    Orbitdiagramm TU24; Rechte=NASA Aus der NASA Datenbank erstelltes Diagramm der Bahn des Asteroiden TU24

    Die Kollision eines Himmelskörpers, sei es nun ein Asteroid, ein Komet oder auch ein künstliches Objekt wie z.B. ein Satellit, mit der Erde scheint "Urängste" wecken zu können. Das bemerken zurzeit die Mitarbeiter der Sternwarte Bochum, nachdem zahlreiche Bürger mit Anrufen und E-Mails ihre Besorgnis über den für morgen angekündigten Vorbeiflug des Asteroiden 2007 TU 24 zum Ausdruck brachten. Es besteht allerdings absolut kein Anlass für die Verbreitung von Panik.

    Die Mitarbeiter der Sternwarte Bochum werden noch in der Dunkelheit des frühen Dienstagmorgens ihre Beobachtungsstation besetzen und versuchen den Asteroiden ins Visier zu nehmen. Wenn der Asteroid dann gegen 9:33 Uhr MEZ mit rund 550.000 km (1,4fache Entfernung Erde-Mond!) der Erde am nächsten ist, wird in Deutschland schon die Sonne aufgegangen sein. Am hellen Himmel ist der Asteroid, der einen Durchmesser von nicht mehr als 500 Metern hat, nicht zu sehen.


  • Parallelen zum Weihnachtsstern?

    Zufall oder nicht - mögen sich diejenigen fragen, die die rasante Entwicklung des Kometen Holmes in den vergangenen Wochen verfolgt haben. Immer heller wird der Schweifstern, und manchem drängen sich in der Weihnachtszeit Vergleiche zum Stern von Bethlehem auf.

    Aktuelles Bild des Kometen Holmes; Rechte: WDR / Sternwarte Bochum

    "Auch beim Stern von Bethlehem könnte es sich um einen Kometen gehandelt haben, allerdings kommen auch andere astronomische Ereignisse in Frage", erklärt Julia Dröger von der Sternwarte Bochum. Gegen die Kometen-Theorie spricht, dass Kometen in der Vergangenheit meist mit Unheil in Zusammenhang gebracht wurden. Auch gibt es keine weiteren "Augenzeugenberichte" aus der Zeit um Christi Geburt, die von einem solchen Himmelsphänomen berichten. Ein weiterer astronomischer Erklärungsansatz für den Stern von Bethlehem ist eine Supernova. Explodiert ein Stern, fällt aber der so genannte Supernova-Rest, eine Explosionswolke, an. Die müsste noch im All sichtbar sein - zeitlich zur Entstehung passende Partikel wurden von Wissenschaftlern bisher aber nicht entdeckt. Eine weitere Erklärung stammt von dem Astronomen Johannes Kepler. Er nahm im 17. Jahrhundert an, dass es zu einer so genannten Königskonjunktion gekommen sein könnte. Dabei stehen Jupiter und Saturn sehr eng beieinander und strahlen hell. Allerdings haben zu keinem Zeitpunkt Jupiter und Saturn so nahe beieinander gestanden, dass sie wie ein einziger Stern leuchteten. Es bleibt also unklar, ob es den Stern von Bethlehem als astronomisches Phänomen nun wirklich gegeben hat.

    Holmes allerdings strahlt weiter. "Der Durchmesser des Kometen vergrößert sich jeden Tag um 97.000 Kilometer", sagt Julia Dröger. Wie der rasante Helligkeitsanstieg seit Ende Oktober zu erklären ist, wird weiter ein Geheimnis bleiben, so die Astronomin: "Es wurde auf jeden Fall Material in die Umgebung des Kometen geschleudert. Ob nun durch einen Zusammenstoß mit einem Asteroiden oder durch tektonische Prozesse auf der Oberfläche ist unklar."

    Allerdings wird es zunehmend schwieriger, den Schweifstern zu beobachten. War er zunächst mit bloßem Auge zu sehen, hat sich die Koma, also die ihn umgebende Hülle, inzwischen so weit ausgebreitet und ist so diffus, dass sie nunmehr nur mit einem Teleskop zu sehen ist. Die aktuellsten Bilder der Bochumer Wissenschaftler sehen Sie hier:

    Planet Wissen: Stern von Bethlehem


  • Der Stern von B.

    Das Bild der WDR-TeleskopCam zeigt den aktuellen Zustand des Riesenkometen Holmes. Die Kamera steht an der Sternwarte Bochum. In jeder sternklaren Nacht entsteht ein neues Bild.

    Das Bild der WDR-TeleskopCam zeigt den aktuellen Zustand des Riesenkometen Holmes; Rechte: WDR/Sternwarte Bochum


  • Weiter Rätseln um Kometen

    Seine Bezeichung leutet 17P/Holmes, und bis vor wenigen Wochen galt er als unscheinbarer Komet. Doch inzwischen gibt Holmes den Astronomen immer mehr Rätsel auf. Nach aktuellen Berechnungen ist 17P/Holmes mittlerweile das größte Objekt des Sonnensystems. Die enorme Ausbreitung des Kometen erklärt Thilo Elsner, Leiter der Sternwarte Bochum, mit einer möglichen Kollision mit einem Felsbrocken. Das könnte ein Grund für die ungewöhnliche Helligkeitszunahme von Holmes sein. Die Ängste vieler Menschen, die in Kometen drohendes Unheil sehen, zerstreut der Bochumer Wissenschaftler: "Der Komet ist 240 Millionen Kilometer von der Erde entfernt." Daher bestehe keine Gefahr für die Erde.
    holmes02_bl_400q.jpg17P/Holmes strahlt heller als erwartet (Foto: Sternwarte Bochum/Julia Dröger)

    Aktuelle Bilder und Beiträge zum Kometen Holmes finden Sie in den kommenden Tagen in diesem Blog.


    Zum aktuellen Bild des Kometen

    Sternenhimmel: Längste Vollmondnacht des Jahres

    Pünktlich zum Weihnachtsfest erwartet Sternengucker ein weiteres Ereignis: Am 24. Dezember überholt die Erde ihren äußeren Nachbarplaneten Mars auf der Innenbahn. Dabei erreicht sie die geringstmögliche Entfernung zum Roten Planeten: Der Abstand beträgt dann "nur" noch 88 Millionen Kilometer. Zu sehen ist Mars im Sternbild Zwillinge - und ist leicht an der großen Helligkeit zu erkennen. Auffällig ist auch, dass in der Nacht vom 23. auf den 24. Dezember der Vollmond knapp an Mars vorbei schrammt. Im Süden und Westen Deutschlands scheint Mars sogar fast am Mondrand zu kleben, zu einer Bedeckung kommt es aber nicht. In der gleichen Nacht erleben wir die längste Vollmondnacht des Jahres, der exakte Vollmondtermin ist am 24. Dezember um 2.16 Uhr morgens. Bereits am 22. Dezember erhält der astronomische Winter Einzug, die Sonne erreicht dabei im Sternbild Schütze ihren Jahrestiefststand.

    vollmond_bl_400q.jpgLängste Vollmondnacht des Jahres kurz vor Weihnachten (Foto: dpa)


    Venus lässt das Jahr als Morgenstern ausklingen. Ihre Aufgänge verspäten sich immer mehr, so ist sie immer kürzer zu sehen. Im Teleskop erscheint der Venusglobus klein und rundlich.
    grosser_hund_bl_400q.jpgWintersternbilder wie der Große Hund dominieren (Foto: Peter Wienerroither)

    Inzwischen haben die Wintersternbilder den Himmel erobert. Hoch über den Köpfen funkelt die gelbliche Kapella im Fuhrmann, im Osten sind Castor und Pollux in den Zwillingen zu sehen, im Südosten steht der mächtige Himmelsjäger Orion, gefolgt von Sirius und Prokyon, den Hauptsternen des Großen bzw. des Kleinen Hundes. Aldebaran, der rötliche Hauptstern des Stiers, steht hoch im Süden kurz vor seinem Meridiandurchgang.


  • Komet Holmes am Winterhimmel

    Komet Holmes; Rechte: Gido Weselowski

    Eine eindrucksvolle Aufnahme des Kometen Holmes ist Gido Weselowski in der vergangenen Nacht gelungen. Fast eine halbe Stunde dauerte die Belichtung.

    Für Spezialisten: 10 Aufnahmen jeweils 2min 46sec belichtet mit DSI III und Pentax 75



  • Komet Holmes leuchtet 100.000-mal heller

    Das Sternbild Perseus hat in den vergangenen Tagen scheinbar einen neuen Stern bekommen. Der Komet Holmes, normalerweise nur mit größeren Fernrohren zu beobachten, strahlt derzeit 100.000-mal heller als sonst üblich und ist mit bloßem Auge zu erkennen. Thilo Elsner, Direktor der Sternwarte Bochum vermutet: "Möglicherweise ist der Komet mit einem Asteroiden kollidiert und dann zersplittert. Eis, Staub und Gas dehnen sich in einem solchen Fall aus, wodurch das Sonnenlicht auf eine größere Fläche trifft."

    Komet Holmes; Rechte: Sternwarte Bochum/Julia Dröger
    Komet Holmes ist ein neuer Stern im Sternbild Perseus

    Astronomen gehen davon aus, dass der Komet noch in den kommenden zwei Wochen zu beobachten sein wird. Zusammen mit seinem Schweif könnte er sogar so groß erscheinen wie der Mond. Das Sternbild Perseus ist in Deutschland bei gutem Wetter die ganze Nacht über zu
    sehen und steht um Mitternacht im Zenit.

    Komet leuchtet so hell wie vor 100 Jahren
    [Leonardo; 5'21]
    30.10.2007

    Sternschnuppen für Nachtschwärmer

    Wenn der Komet Holmes wieder verblasst, folgt sich schon das nächste Himmelsschauspiel: Ende November flitzen die Sternschnuppen der Leoniden über den Himmel. Die Sternschnuppen kommen dabei - wie ihr Name andeutet - scheinbar aus dem Sternbild Löwe. Beste Beobachtungszeit sind die Stunden nach Mitternacht. Die meisten Sternschnuppen sind in den frühen Morgenstunden des 19. November zu sehen. Astronomen erwarten bis zu fünfzig Sternschnuppen sind pro Stunde. Bei den Leoniden handelt es sich um recht schnelle Meteore mit Geschwindigkeiten um 250.000 Kilometer pro Stunde.

    Mann beobachtet Sternschnuppe; Rechte: dpa
    Bis zu 50 Sternschnuppen pro Stunde


    Planetenparade am Morgenhimmel

    Wer in den Morgenstunden ohnehin wach ist, kann auch nach Merkur Ausschau halten. Der sonnennächste Planet ist nur selten am Abend- oder Morgenhimmel zu sehen. Die günstigste Gelegenheit, den flinken Planeten in diesem Jahr am Morgenhimmel zu beobachten, ist zwischen dem 5. und 16. November. Etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang ist er knapp über dem Osthorizont als fahler, gelblicher Lichtpunkt zu erkennen.

    Merkur ist nicht der einzige Planet, der in den Morgenstunden am Himmel zu sehen ist: Mars, der Rote Planet, steht um diese Zeit hoch im Süden. Außerdem leuchten am Osthorizont der Ringplanet Saturn und etwas tiefer die strahlend helle Venus. Der einzige Planet, der in dieser Parade noch fehlt, ist der Gasriese Jupiter. Wochenlang war er über dem Südwesthorizont bereits in der Abenddämmerung zu sehen. Ab Ende November verschwindet er nun für einige Wochen vom Nachthimmel.

    Günstige Gelegenheit für "Fische"

    In dunklen, mondlosen und besonders klaren Nächten kann man jetzt auch das lichtschwache Tierkreissternbild "Fische" sehen. Vorausgesetzt, man befindet sich weitab irdischer Lichtquellen und hat keinen durch Lichtverschmutzung aufgehellten Himmelshintergrund. Tief im Südwesten ist auch Fomalhaut zu sehen, der Hauptstern im Bild "Südlicher Fisch".

    Auch am Sternenhimmel ist es herbstlich

    Sternbild Kassiopeia; Rechte: Peter Wienerroither
    Hoch über unseren Köpfen: Herbststernbild Kassiopeia

    Wer zum abendlichen Fixsternhimmel blickt, erkennt schnell: Die Sommernächte sind vorbei. Die Sternbilder hoch über unseren Köpfen sind Herbststernbilder, wie Kassiopeia, Andromeda, Pegasus und Widder. Im Osten hingegen kündigt sich schon der kommende Winter durch etliche helle Sterne an: Kapella im Sternbild Fuhrmann, Aldebaran im Sternbild Stier, Beteigeuze und Rigel im Sternbild Orion.

    Kontinent ohne Astronautin
    Der Blick ins All im November


    Fotos Die ersten Frauen im All


  • Gasriese leuchtet am Abendhimmel

    Nach wie vor leuchtet mit einbrechender Dunkelheit als erstes Gestirn Jupiter auf. Der Riesenplanet ist am frühen Abendhimmel als heller, leicht gelblicher Lichtpunkt tief im Südwesten zu sehen. Allerdings geht Jupiter immer früher unter. Zu Monatsanfang sinkt der Riesenplanet kurz nach halb zehn Uhr Sommerzeit unter den Horizont, Ende Oktober jedoch bereits um 19 Uhr. Durch die nun immer früher einsetzende Dunkelheit bleiben rund eineinhalb Stunden Zeit, um Jupiter zu beobachten.

    Jupiter mit Monden; Rechte: Peter Wienerroither
    Jupiter leuchtet im Nordosten

    Emporkömmling Mars im Nordosten

    Am späteren Abend steigt Mars im Nordosten empor. Der Rote Planet hält sich im Sternbild der Zwillinge auf und erscheint Anfang Oktober bald nach halb elf Uhr über dem Nordosthorizont. Zu Monatsende taucht Mars bereits gegen acht Uhr abends auf. Im Laufe des Monats nimmt die Mars-Helligkeit weiter kräftig zu.

    Venus stielt die Schau in den Morgenstunden

    Mars wird zum dominierenden Gestirn am Nachthimmel - bis die Venus in den Morgenstunden aufgeht und ihm die Schau stiehlt. Venus ist im Oktober strahlender Morgenstern. Vor Sonnenaufgang sieht man den hellsten aller Planeten über dem Osthorizont. Ein besonders hübscher Anblick ergibt sich in den Morgenstunden des 7. Oktober, wenn sich die schmale Sichel des abnehmenden Mondes zum Dreigestirn Venus - Regulus - Saturn gesellt.

    Herbstviereck am Fixsternhimmel

    Auch am Sternenhimmel ist es Herbst geworden, hoch im Süden nimmt das Herbstviereck seinen Platz ein. Man nennt es auch Pegasusquadrat, da es den Hauptteil des Sternbildes Pegasus bildet. Der Sage nach ist Pegasus ein geflügeltes Pferd, das den Dichtern zu ihren Gedankenflügen verhelfen soll.

    Andromeda-Galaxie; Rechte: Jörg Hanisch
    Drei Millionen Lichtjahre entfernt: Andromeda-Galaxie

    An das Herbstviereck schließt das Sternbild Andromeda an. Dort stößt man bei mondlosem Himmel auf ein schwach leuchtendes Lichtfleckchen, den berühmten Andromeda-Nebel. In Wahrheit handelt es sich dabei nicht um einen Nebel, sondern um eine Galaxie außerhalb unserer Milchstraße. Das riesige Sternensystem ist rund drei Millionen Lichtjahre entfernt und fernste Himmelsobjekt, das man noch mit bloßen Augen sehen kann. Das Licht, das wir heute sehen, verließ die mehr als dreihundert Milliarden Sonnen der Andromeda-Galaxie vor drei Millionen Jahren.


    Fotos Der Blick ins All im Oktober

    Als Bochum "Sputnik" belauschte
    Der Blick ins All im Oktober


  • Mars auf dem Weg zum Sommerpunkt

    Sternengucker, die sich gleich bei Einbruch der Dämmerung auf die Lauer legen, entdecken als erstes Gestirn tief im Süden den gelblich-weißen Lichtpunkt des Jupiters. Der Riesenplanet hält sich im Sternbild Schlangenträger auf, etwa sechs Grad nördlich vom rötlichen Antares, dem Hauptstern des Skorpions. Wenn Jupiter im Südwesten versinkt, dominiert Mars den Nachthimmel. Während der Rote Planet an Helligkeit zunimmt, wandert er am 28. September knapp am Sommerpunkt vorbei, dem höchsten Punkt der scheinbaren Sonnenbahn.

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    Dominant am Nachthimmel: Der Rote Planet Mars (Foto: dpa)

    Venus sticht Saturn mit ihrer Strahlkraft aus

    Schon zu Monatsbeginn ist am Morgenhimmel Venus zu sehen. Seinen stärksten Glanz entfaltet der Morgenstern am 24. September und leuchtet an diesem Tag heller als alle anderen Planeten und Sterne. Nicht ganz so strahlend erscheint Saturn ab Mitte des Monats am Morgenhimmel. Ganz gemächlich steuert der Ringplanet durch das Sternbild Löwe und entfernt sich dabei von seinem Hauptstern Regulus. Dabei wird Saturn von Venus verfolgt, die näher an den Ringpplaneten heranrückt. Der Sternschnuppenstrom der Aurigiden in den Morgenstunden direkt zu Beginn des Monats wird wegen der Helligkeit des abnehmenden Mondes nur schwer zu beobachten sein.

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    Saturn zieht durch das Sternbild Löwe (Foto: Peter Wienerroither)

    Herbst am Himmel

    Der Jahreszeitenwechsel kündigt sich auch am Sternenhimmel an: Im Osten erscheinen die Herbstbilder. Der Himmelswagen ist nach Nordosten herabgesunken, die Kassiopeia, das Himmels-W, steht leicht erkennbar hoch im Norden. Das Pegasusquadrat - auch Herbstviereck genannt - hat den Osthimmel erobert. Im Südosten nimmt das ausgedehnte, aber lichtschwache Sternbild der Fische seinen Platz ein. Zu Herbstbeginn stehen die Fische der Sonne gegenüber. Astronomischer Herbstbeginn ist am 23. September, wenn die Sonne um exakt 11.51 Uhr den Himmelsäquator in südlicher Richtung überquert. Die Tageslänge nimmt in diesem Monat um eindreiviertel Stunden ab. Neumond ist am 11. September, 14.44 Uhr. Von Teilen Südamerikas, der Antarktis und des Südatlantiks gesehen verdeckt der Mond die Sonne dabei teilweise. Von der Nordhalbkugel kann man die partielle Sonnenfinsternis allerdings nicht beobachten.


    Fotos Der Blick ins All im September



  • Sternengucker, die sich gleich bei Einbruch der Dämmerung auf die Lauer legen, entdecken als erstes Gestirn tief im Süden den gelblich-weißen Lichtpunkt des Jupiter. Der Riesenplanet hält sich im Sternbild Schlangenträger auf, etwa sechs Grad nördlich vom rötlichen Antares, dem Hauptstern des Skorpions. Wenn Jupiter im Südwesten versinkt, dominiert Mars den Nachthimmel. Während der Rote Planet an Helligkeit zunimmt, wandert er am 28. September knapp am Sommerpunkt vorbei, dem höchsten Punkt der scheinbaren Sonnenbahn.

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    Dominant am Nachthimmel: Der Rote Planet Mars (Foto: dpa)


  • Sternschnuppen-Jagd in Bochum

    Ein wahrer Regen von Sternschnuppen prasselt in diesen Nächten auf uns ein. Julia Dröger von der Sternwarte Bochum wollte sie nicht zählen, sondern mit ihrer Kamera einfangen - mit Erfolg.

    Kann man sich bei einer Sternschnuppe auch etwas wünschen, wenn man sie fotografiert? Eine Frage, die sich Julia Dröger von der Sternwarte Bochum gar nicht stellte. Sie war glücklich, als sie tatsächlich eine Sternschnuppe auf dem Speicherchip ihrer Kamera fand.

    Sternschnuppe; Rechte: Sternwarte Bochum/Julia Dröger

    Damit sie die über den Himmel flitzenden Lichtstriche überhaupt einfangen konnte, richtete Julia Dröger ihre Digitalkamera auf eine verchromte Halbkugel. In der spiegelte sich fast der gesamte Sternenhimmel über Bochum. Der Rest ging dann automatisch: Jede Minute belichtete ihre Kamera etwa 30 Sekunden lang den in der Halbkugel gespiegelten Nachthimmel. "Länger konnte ich nicht belichten, sonst hätten die Lichter aus Bochum das Bild total überstrahlt", stellte Julia Dröger fest. Gegen 22.05 Uhr am Samstag war die Kamera im richtigen Moment geöffnet und hielt am Horizont eine Sternschnuppe fest.

    Mehr Lichtstriche konnte Julia Dröger allerdings nicht auf ihren Speicherchip bannen, denn im Laufe der Nacht stand sie vor einem Problem: "Es wurde immer feuchter, Spiegel und Kamera beschlugen. Da half auch die kleine Heizung nicht, die wir unter den Spiegel gestellt hatten." Gegen 23.00 Uhr musste sie abbauen.

    Staubspur eines Kometen

    Der Sternschnuppenstrom der Perseiden ist noch bis zum 24. August am Nachhimmel zu beobachten. Allerdings geht die Zahl der Sternschnuppen nach dem Dienstag stark zurück. Die Sternschnuppen im August werden Perseiden genannt, weil ihre Lichtspuren scheinbar zuerst im Sternbild Perseus am Himmel auftauchen. In Wirklichkeit stammen die leuchtenden Staubkörnchen aus einer Dreckspur, die der Komet Swift-Tuttle auf seiner Bahn um die Sonne hinterlassen hat. Die Bahn der Erde kreuzt sich in diesen Tagen mit der Staubspur des Kometen.


    Auch die ISS ging ins Netz

    ISS-Bahn am Himmel über Bochum; Rechte: Sternwarte Bochum/Julia Dröger


    Dass diese "Sternschnuppe" am Himmel auftaucht wusste Julia Dröger schon im Voraus, denn sie hatte die Bahndaten der Internationalen Raumstation (ISS) im Internet gecheckt. Gegen 22.45 Uhr am Samstagabend zog die ISS über den Himmel von Bochum. Die Raumfähre "Endeavour" hatte zu diesem Zeitpunkt schon angedockt.


    Audio Sternschnuppen-Nacht in Bochum
    [Eins Live, 13.08.07]



  • Sternschnuppen flitzen durch das Dunkel

    Für die beste Sicht muss man schon bis Mitternacht aushalten: Dann sind die Sternschnuppen besonders gut zu sehen. Im August häufen sich die Feuerkugeln, und vor allem zwischen dem 10. und dem 14. August sollten Sternengucker auf ihre Kosten kommen. Denn in dieser Zeit entfaltet der Sternschnuppenstrom der Perseiden seine größte Tätigkeit - bis zu 110 Meteore pro Stunde sollen dann zu sehen sein. Benannt ist der Sternschnuppenregen nach dem Sternbild Perseus, aus dem die Schnuppen herauszufliegen scheinen.
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